Die Ausbildung zum Industriekaufmann

Du beendest im nächsten Jahr die Schule oder suchst einen Ausbildungsplatz? Du interessiert dich für abwechslungsreiche Tätigkeiten in einem Industrieunternehmen und Zahlen sind für dich kein Problem, sondern fordern dich heraus. Dann solltest Du über eine Ausbildung zum Industriekaufmann nachdenken. Und wenn im Folgenden immer von Industriekaufmann die Rede ist, dann schließt dass natürlich auch den Begriff der Industriekauffrau mit ein, aus Vereinfachungsgründen soll aber nur die eine Bezeichnung gewählt werden.

Auf welchen Gebieten wird der Industriekaufmann eingesetzt?

Generell gilt, dass ein Industriekaufmann Ausbildung Generalisten ausbildet. Das ist dem Umstand geschuldet, dass das Berufsbild sowohl in kleinen, aber auch international tätigen Unternehmen zu finden ist. Somit ist die Ausbildung auch so aufgebaut, dass ein Industriekaufmann nach seiner Ausbildung in allen Bereichen eines Unternehmens eingesetzt werden kann. Allerdings zeigt sich schon während der Ausbildung, welche Abteilungen an dir Interesse haben und hier wirst Du auch aller Wahrscheinlichkeit deine berufliche Zukunft finden. Gleichzeitig solltest Du in dieser Zeit auch für dich persönlich werben, denn nicht jeder Auszubildende wird nach dem Abschluss auch definitiv übernommen. Und wer in einem kleinen Unternehmen seine Ausbildung absolviert, von dem wird auch erwartet, dass er alle Tätigkeitsfelder eines Industriekaufmanns abdeckt.

Diese konkreten Tätigkeitsgebiete können dabei sein:

  • Controlling
  • Logistik mit Bestellwesen oder Disposition
  • Marketing
  • Vertrieb
  • Finanzbuchhaltung
  • Planung und Kalkulation
  • Personalwesen

Wenn Du dich für eine Industriekaufmann Ausbildung interessierst, dann solltest Du auch, insbesondere bei größeren Unternehmen damit rechnen, dass auch Fremdsprachenkenntnisse erwartet werden. Allerdings wird hier kein Auslandsaufenthalt gefordert, aber das Lesen und Verfassen von geschäftlicher Korrespondenz wird durchaus gewünscht.

Wie sieht die Ausbildung zum Industriekaufmann konkret aus?

Die Ausbildung zum Industriekaufmann ist auf drei Jahre angelegt, kann aber auf Wunsch des Ausbildungsbetriebs und nach Anmeldung bei der IHK auf zwei Jahre reduziert werden. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht gefordert, es zeigt sich aber die Tendenz, dass immer mehr Betriebe von ihren Auszubildenden die Fachhochschulreife erwarten. Wer aber eine hervorragende Mittlere Reife vorweisen kann, sollte hier nicht die Flinte ins Korn werfen und sich in jedem Fall auch bewerben. Die Ausbildung findet im Wechsel mit Berufsschulunterricht und Tätigkeiten im Betrieb statt, wobei die Ausbildung ebenfalls sehr breit ausgelegt ist. Du lernst also nicht nur etwas über Materialwirtschaft, Personalwesen, Buchhaltung, sondern wirst auch verstehen lernen, wie ein Jahresabschluss gelesen werden kann. Darüber werden auch Themen rund um die Internationalisierung angesprochen.

In der Ausbildungszeit musst Du eine Zwischenprüfung ablegen und am Ende der Lehre eine schriftliche Abschlussprüfung in den nachfolgenden Fächern:

  • Geschäftsprozesse über 180 Minuten
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle über 90 Minuten
  • Wirtschafts- und Sozialkunde über 60 Minuten
  • Einsatzgebiet über 30 Minuten wobei diese Prüfung mündlich absolviert wird.